Heilpflanzen Sommer: Der Rosmarin - hilfreich bei Kreislaufbeschwerden

 

Synonyme

Botanisch: Rosmarinus officinalis; Kranzenkrautblätter, Brautkraut, Folia Rosis marini, Rosemary (engl.), Feuille de romarin (franz.)

 

Indikationen

Innerlich angewendet kann Rosmarin bei dyspeptischen Beschwerden, allgemeinen Schwächezuständen, Kreislaufbeschwerden und Hypotonie (z. B. als Rosmarin-Wein), Anämien und bei Kopfschmerzen eingesetzt werden. Es wirkt allgemein durchblutungsfördernd.

 

Äusserlich kann Rosmarin unterstützend bei rheumatischen Beschwerden und bei Kreislaufschwäche eingesetzt werden.

 

Wissenschaftlich nachgewiesen ist seine in vitro antibakterielle und antivirale Wirkung gegen Herpes simplex Typ 2. Es ist zudem auch ein Antioxidans. In vivo wurde eine gallentreibende sowie choleretische (Ausscheidung der Lebergalle fördernd), leberschützende, gegen Ulkus sowie in vitro und in vivo eine spasmolytische Wirkung nachgewiesen.

 

Volksmedizinisch wurde es seit dem 16. Jh. zur Appetitanregung, als entblähendes und herzstärkendes Mittel verwendet. Heutzutage wird es auch bei schlecht heilenden Wunden und Ekzemen als Umschlag und nach wie vor bei dyspeptischen Beschwerden als Rosmarin-Wein angewendet.

 

Während der Schwangerschaft sollten Zubereitungen aus den Blättern oder das ätherische Öl nicht angewendet werden.

 

Tipp

 

Verwendung: Blätter

 

Rezepte

Rosmarin-Wein: 20 g der getrockneten Blätter in 1 Liter Wein geben. Mehrere Tage stehen lassen, danach abseihen und täglich 1 dl trinken.

 

Urtinktur Ceres: 2 – 4 x täglich 2 – 5 Tropfen einnehmen oder bei Kopfschmerz in die Schläfen einreiben.

 

Zur äusseren Anwendung eignet sich auch ein Vollbad mit Rosmarin: dazu geben Sie 50 g vom getrockneten Kraut in ein Vollbad. Hilft bei Rheuma. Auch Salben können angewendet werden.

 

Anwendung Küche

Blätter und Blüten: Vielfältig, von Pesto zu Braten zu Kräuterbutter, als Gewürzkraut, Pesto, zum konservieren bei Antipasti etc. (wirkt antioxidativ), an Gemüse, Grilladen, Geschmortem, Kartoffeln etc.

 

Botanik

 

Artbeschreibung (Flora Helvetica 2018)

 

50-150 cm hoher, stark verzweigter Strauch, aromatisch. Blätter immergrün, lineal-lanzettlich, 1,5-4 cm lang, 1,5-4 mm breit, mit umgerolltem Rand, unterseits von kleinen Sternhaaren weisslich. Blüten zu 5-10 auf kurzen Seitentrieben. Krone hellblau bis weiss, ca. 1 cm lang, mit vorn erweiterter Röhre. Oberlippe +/- gerade, tief ausgerandet, Ränder zurückgebogen. Unterlippe 3teilig, mit grossem Mittelabschnitt. Staubblätter 2, aus der Krone ragend. Teilfrüchte eiförmig, glatt, 2-2,5 mm lang.

 

Blütezeit (Flora Helvetica 2018)

3-10

 

Standort und Verbreitung in der Schweiz (Flora Helvetica 2018)

Felsensteppen, Trockengebüsch, im Süden kultiviert und gelegentlich verwildert / kollin /

 

Ökologische Zeigerwerte (Landolt & al. 2010)

1+42-352.n.2n=24

 

In der Schweiz nicht heimisch, im Mittelmeerraum weit verbreitet.

 

Signatur, Wesen der Pflanze

Der Rosmarin ist von feurigem Wesen, er entzündet den Geist und begeistert. Wenn man sich für nichts mehr begeistern kann, das innere Feuer erloschen ist und Lethargie sich breitmacht, fehlt auch dem Blutkreislauf das dynamisierende Prinzip. Er schenkt Energie und regt den Blutkreislauf an. Zudem beugt er Anämien vor.

 

Geschichtliches

Es ist nicht ganz geklärt, woher der Name Rosmarin stammt. Einige Spezialisten gehen davon aus, dass die Bezeichnung auf den lateinischen Wortstamm „ros“ für „Tau“ und „marinus“  „das Meer“ herrührt. Es wird aber auch diskutiert, ob der Name vom griechischen „rhops myrinus“ („wohlriechender Strauch“) abstammt. Das Synonym „Brautkraut“ leitet sich aus der Zeit der griechischen Antike ab, in der das Kraut der Liebesgöttin Aphrodite geweiht war.

 

Im Mittelmeerraum wird der Rosmarin seit Jahrtausenden als Heil- und Küchenkraut verwendet. In Europa wurde es durch die Klostergärten im Spätmittelalter eingeführt.

 

Bereits Paracelsus (15. Und 16. Jh.) empfahl die Verwendung des Rosmarin, insbesondere bei Gicht und Rheuma.

Rosmarin

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