Heilpflanzen Winter: Die Kapuzinerkresse - Heilpflanze des Jahres 2013

 

Synonyme:

Botanisch: Tropaeolum majus

Volkstümliche Namen: Blumenkresse, Gelbes Vögerl, Jelängerjelieber, Kapuzinerli, Salatblume, Salatkresse, Spanische Kapuzinerkresse, türkische Kresse

Pflanzenfamilie:

Tropaeolaceae (Kapuzinerkressegewächse)

 

Pharmakologie

 

Verwendete Pflanzenteile: Herba

Droge: Tropaeoli herba

Inhaltsstoffe: Glucosinolate (Benzylsenfölderivate), Ascorbinsäure, Polyphenole, Flavonoide, Karotinoide und Anthocyanidine.

 

Pharmakologische Eigenschaften

Die Kapuzinerkresse wirkt aufgrund der Glucosinolate antibakteriell gegen grampositive und gramnegative Bakterien einschliesslich Problemkeimen wie Staphylococcus aureus, Pneumokokken und Proteus mirabilis sowie Tuberkelbakterien. Sie kann ähnlich effektiv sein wie Antibiotika.

 

Zusätzlich zeigt sie antivirale und antimykotische Eigenschaften, sogar gegen Hefestämme der Candida-Gruppe. Sie wirkt auch antioxidativ, diuretisch, antihypertensiv und krebshemmend.

 

Ein weiterer Anwendungsfall für die Nutzung der Kapuzinerkresse sind äußere Beschwerden wie Muskelschmerzen. Die enthaltenden Senfölglykoside werden durch körpereigene Enzyme in so genannte Benzylsenföle umgewandelt und verursachen eine leichte Gewerbereizung welche durchblutungsfördernd ist.

 

 

Indikationen

 

 

Nebenwirkungen

Durch das Senföl können Haut und Schleimhautreizungen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Bei Überdosierung kann sich einen Albuminurie entwickeln. Das Öl wirkt auf der Haut als Kontaktallergen, nicht länger als 4-6 Wochen anwenden.

 

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Einnahme von Benzylisothiocyanat kann die Alkoholtoleranz vermindert sein.

 

Kontraindikationen

Magen- und Darmulzera und Nierenerkrankungen, sowie bei Säuglingen und Kleinkindern.

 

Darreichungsformen und Zubereitungen

Tinktur/Extrat, Frischpflanzenpresssaft, Urtinktur, Fertigarzneimittel (Kombinationspräparat).

 

Die Tagesdosis beträgt 3 mal ca. 15mg Benzylsenföl. Vom Presssaft werden 30 g tgl. eingenommen, von der Tinktur 90 - 250 Tropfen.

 

 

Tipp

 

Ihr Helfer gegen Atemwegsinfekte in der kalten Jahreszeit: Kapuzinerkresse-Tee!

 

Kapuzinerkresse-Tee:

Frische und getrocknete Blätter der Kapuzinerkresse wirken harntreibend und immunstärkend und lassen sich für einen Tee bei Erkältungen, Atemwegsinfektionen und Blaseninfektionen einsetzen. Auch wenn bei getrockneten Blättern viele der scharfen Senfölglykoside verflogen sind, kann der Tee noch sehr heilsam sein.

 

Übergießen Sie dafür eine Handvoll Blätter mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten abgedeckt ziehen.

 

 

Inhalation bei Atemwegserkrankungen:

Bei Bronchitis und anderen Infektionen der Atemwege kann eine Inhalation mit Kapuzinerkresse den Schleim lösen. Dafür werden eine Handvoll Blätter mit einem halben Liter kochenden Wasser in eine Schüssel gegeben. Der Kopf wird über die Schüssel geneigt und mit einem Handtuch bedeckt, so dass die Dämpfe eingeatmet werden können.

 

Botanik

 

Kapuzinerkresse tritt an vielen Orten verwildert auf, ist jedoch nicht winterhart. Sie ist eine kriechende oder kletternde krautige Pflanze mit dünner Hauptwurzel, die unterirdische Ausläufer bildet. Die grossen und zarten Blüten sind von orangeroter Farbe und helmförmig angeordnet. Die Blütezeit ist von Mais bis Oktober.

 

Ein Kennzeichen der Kapuzinerkresse ist das ausgeprägte Längenwachstum. Einige Pflanzen erreichen eine Höhe von bis zu drei Metern. Dabei winden sich die Ranken der Kapuzinerkresse um diverse Kletterhilfen. Dem gegenüber stehen Sorten, die vergleichsweise buschig und niedrig wachsend sind, aber ein ebenso ein üppiges und kompaktes Blätterkleid bilden wie die rankenden Kapuzinerkressen.

 

Die Blätter der Kapuzinerkresse sind mit einem Durchmesser von 3 bis 10 cm etwa doppelt so groß wie die Blüten. Auffällig, und damit einfach für die Bestimmung von Kapuzinerkressen, ist die Blattform. Die Blätter sind fast rund bis leicht kantig, vom Zentrum des Blattes aus verlaufen die Blattachsen strahlenförmig und wachsen wechselständig an der Ranke. Ebenfalls charakteristisch ist die Blattoberfläche von Kapuzinerkressen. Bei Regen perlen die Regentropfen wie bei Lotusblumen ab.

 

Die Farbe der Blüten variiert zwischen gelb, orange und rot. Die Blüte selber besteht aus fünf Kelchblättern, die an der Unterseite der Blüte von fünf Kronblättern eng umschlungen werden und denen ein spitz zulaufender Sporn gegenübersteht. Von der Seite betrachtet ähnelt die Blüte mit Blütenhäubchen und Sporn an eine Zipfelmütze wie man ihn von der Kopfbedeckung von Kapuzinermönchen kennt. Aufgrund dieses Vergleichs wurde der Name Kapuzinerkresse geboren. Die Blütezeit der Pflanze liegt meist zwischen Ende Mai bis Anfang Oktober. Nach der Blütezeit bildet die Kapuzinerkresse harte Kapselfrüchte.

 

Geschichtliches

 

Die Kapuzinerkresse wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2013.

 

Sie wurde im Jahre 1684 aus Peru nach Europa gebracht, wo sie rasch in der Medizin anerkannt wurde. Sie galt als Antiskorbutum und wurde als Hustenmittel sowie bei Meteorismus eingesetzt. Die Blüten als auch die Blätter sind essbar und schmecken pikant-pfeffrig und angenehm scharf.

 

Die Blätter der Kapuzinerkresse werden als Salat eingesetzt. Die Früchte und die Blütenknospen dienen in Essig eingelegt als Ersatz für Kapern.

 

Kapuzinerkresse

 

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